Sonntagmorgen. Neun Uhr. Meine Augen sind noch ein bisschen klein. Ich muss noch meine Gäste aus Holland zum Zug bringen und dann schnell meine Softballsachen packen. Hmm…. Mein Körper funktioniert noch nicht optimal. Vor zwei Tage viel zu spät ins Bett. Beim Tanzen auch noch mein Knie verletzt.
Aber ich darf nicht jammern. Es ist ein wunderschönen Tag. Eine kleine Fahrradfahrttour und ich bin wieder wach, hoffe ich.
Noch eine Stunde. Ha, da ist Christian. Er fragt, ob ich in Form bin. ‚Naja, nicht so richtig’, antworte ich. Aber vielleicht hilft eine gutes Warm-Up. Alle sind gut gelaunt. Und verdammt es funktioniert. Der Gummiplatz ist am Anfang scheisse. Es kostet ein Moment, um zu entdecken, wie der Ball aufspringt. Aber dann geht es doch ziemlich gut. Das Vertrauen wächst.
Ich kann mich nicht erinnern schon mal gegen die Creeps gespielt zu haben. Ich spiele auf drei. Nach den Anfangsprobleme heute Morgen, habe ich jetzt wirklich Lust ein gutes Spiel zu machen. Noch ein paar Bälle auf Alice, unsere first-base lady, und dann kann es los gehen.
Der Anfang ist nicht schlecht. Vielleicht nicht so gut wie letzte Woche, aber immerhin gut genug um mitzuhalten. Der Platz ist gut, Nina hat die Creeps im Griff. Alles wunderbar.
Ich bewundere die Schlagkraft von allen. Nur ich selber habe wirklich einen off-day. Das erste mal ‚Drie Slag. Klote. Dat gebeurt me nooit. En dan ook nog met zo’n kut curve-balletje.’ Schnell vergessen und wieder weitermachen. Konzentriert bleiben, dass ist das Wichtigste beim Softball. Und immer bei jedem Spielzug sehen, wo alle stehen, wer am Schlag ist und was zu tun ist, wenn der Ball kommt.
Unser Spiel ins Feld bleibt gut. Ich bin jetzt fast wieder dran am Schlag. Mal sehen was Alice vor mir macht. Scheisse, sie bekommt einen Ball gegen den Ellbogen. Die Creeps machen einen großen Krach um Nichts. War einfach ein schlechter Wurf.
Komm jetzt Maurits, sage ich zu mir selbst. ‚Jetzt musst du etwas bringen. Pitcher ist nicht besonders gut, sieht aber böse aus. Der Ball kommt schnell auf mich zu. Ich kann nicht Weg. Verdammt, das tut Weh. ‚Dat heeft die xxxx express gedaan’, denke ich jetzt auf Holländisch. Das heißt so etwas wie: das hat diesem xxxx absichtlich gemacht.
Der Pitcher ist vielleicht kein Major Leaguer. Aber seine Kontrolle ist normalerweise gut. Es kann nicht sein, dass er gleich nach einem hit-by-pitch so einen Scheissball auf mein Körper wirft. In eine Mikro-Sekunde überlege ich mir was zu tun. Mein Wut steigt. ‚So etwas gehört nicht zu eine Freundschaftsliga’, denke ich.
Das kann ich nicht zulassen. Ich stürme auf ihn zu. Bin fast bei ihm. Will ihm sagen, was ich von ihm denke. Und vielleicht etwas mehr. Aber dann ist der Schiedsrichter da und zieht mich weg.
Manchmal habe ich die Idee, das wir ein bisschen zu hektisch sind. Letzte Woche war das auch schon der Fall. Wir müssen lernen, cooler zu bleiben. Dann können wir mit fast jedem Team mithalten.
Das Spiel geht am Ende ziemlich deutlich an den Creeps. Zu Recht beklagt Diana sich am Ende. ‚Wenn ihr denkt so gut zu sein. Weshalb gewinnt ihr dann nie’, sagt sie. Diana und viele andere sind heute gar nicht zum Spielen gekommen. Es ist deutlich, dass da nochmal gut darüber geredet werden muss.
Der Tag endet gut. Die Creeps haben noch ein creepie-beer für uns. Beim Nachtisch in Friedrichshain ist es auch noch sehr gemütlich. Und vergesse nie, in Juni ist wieder ein spiel. Einmal wird es schon klappen mit uns. In Paris ist es schon gelungen. Wir träumen weiter über die Meisterschaft. Go Borg!!





